Alkohol Medikamente – Für eine konsequente Abgewöhnung

Es gibt verschiedene Alkohol Medikamente für die Behandlung. Allerdings heilen nicht alle die Abhängigkeit dieser Krankheit. Die Medikamente heilen nicht die Sucht an sich, sondern wirken beruhigend, senken das Verlangen und beeinträchtigen den Abbau von Acetaldehyd (vgl. Schneider 2016, S.171ff).

Antabus – Eines der besten Alkohol Medikamente

Im Medikament namens Antabus befindet sich Disulfiram als Wirkstoff. Dieser Wirkstoff sorgt für eine Verminderung der Alkoholverträglichkeit. Schon kurz nach der Einnahme des Antabus wirkt es. Doch die typischen Vergiftungserscheinungen, wie zum Beispiel Übelkeit, Angstzustände und Kreislaufprobleme, treten erst auf, wenn zusätzlich Alkohol konsumiert wird. Da das Antabus den Abbau von Acetaldehyd, welches zu dem sogenannten Kater führt, verhindert, treten die vorhin erwähnten Symptome ein. Allerdings können die Einnahme dieses Medikaments und gleichzeitig ein starker Alkoholkonsum tödlich enden. Aus diesen Grund muss der Patient aufgeklärt werden. Des Weiteren sollten alle Lebensmitteln, in denen Alkohol enthalten ist, vermieden werden (vgl. Sine, 2016).

Zusätzlich können auch Nebenwirkungen ohne Alkoholkonsum auftreten. Dies sollte jedoch nur am Beginn der Einnahme sein. Die bekanntesten Nebenwirkungen wären zum Beispiel:

  • Benommenheit
  • Antriebsmangel und Antriebssteigerung
  • Kopfschmerzen
  • Durchfall

Weiters könnte sogar sein, dass ein metallischer, knoblauchähnlicher oder schwefliger Geschmack im Mund auftritt. Außerdem könnte durch eine lange Einnahme, ein halbe bis ein ganzes Jahr, Hepatitis und sogar Impotenz entstehen. In diesem Fall muss das Medikament abgesetzt werden (vgl. Berg,2016).

Aus diesen Grund sollte Antabus nicht lange zugeführt werden. Zusätzlich wird es auch genommen um Rückfälle zu verhindern, da das Konsumieren von Alkohol ungenießlich wird. Allerdings ist dieses Medikament nicht für das Beenden der Abhängigkeit, sondern nur als Unterstützung gedacht. Allerdings sollte es wie vorhin schon erwähnt nicht lange verabreicht werden, da es die Leber beschädigt (vgl. Sine, 2016).

Distraneurin

Das Distraneurin wird bei einer Alkoholsucht für einen alkoholabhängigen Patienten angewendet. Für dieses Mittel wird ein Rezept benötigt. Die Wirkung dieses Medikaments ist, dass es ein schlafförderndes und krampflösendes Medikament ist. Zusätzlich verstärkt es die Botenstoffe GABA und Glycin im Gehirn (vgl. Kolisch, 2016).

Die leichten Nebenwirkungen, wie Reizung der Augenbindehaut, Niesen, Tränen und juckende Nase, verlieren an Intensität nach einigen Tagen. Jedoch gibt es auch andere wie zum Beispiel Durchfall, schneller Herzschlag, Atembeschwerden und Leberstörungen die auftreten können (vgl. Zinnagl, 2016).

Da das Distraneurin leicht zu körperlichen und psychischen Abhängigkeit, sprich zu einer Sucht führt, darf es nicht länger als drei Wochen durchgehend genommen werden. Aufgrund einer beeinträchtigten Reaktionsfähigkeit sollte der Umgang mit schweren Maschinen und im Straßenverkehr vermieden werden. Zusätzlich sollte bei Einnahme anderer Medikamente geachtet werden, ob sich diese auch miteinander vertragen, da sonst ein Risiko an Überdosierung besteht. Diese Überdosierung dämpft das Zentralnervensystem (vgl. Kolisch, 2016).

Acamprosat – Alkohol Medikamente für eine Abstinenz

Zusätzlich zu den anderen zwei Medikamenten, die zu den Entwöhnungsmitteln gehören, gibt es noch das Acamprosat. Dieses Mittel ist für die Aufrechterhaltung der Abstinenz bei einer Entzugstherapie. Bei diesem Medikament entsteht eine Bindung an den NMDA-Rezeptoren und stellen so das Gleichgewicht der Systeme im Gehirn wieder her. Im Gegensatz zu den vorherigen beschriebenen Medikamenten wird dieses ein Jahr lang durchgenommen und zwar dreimal am Tag (vgl. Vögtli, 2016).

Da dieses Medikament den Magen-Darm-Trakt schwächt, beziehungsweise beeinträchtigt, sind Durchfall und Erbrechen als Nebenwirkung zu erwarten. Zusätzlich kann die Intensität der Nebenwirkungen jeden Tag unterschiedlich sein. Des Weiteren kann das Acamprosat die Stimulation der Hautnervenzellen beeinflussen und somit entsteht Juckreiz und Rötung. Unter anderem kann auch das Gefühl in den Fingern verändert werden (vgl. Nonnenmacher, 2016). Da der Wirkstoff Acamprosats mit den Neurotransmittern, GABA, Glutamat und Traurin, des Gehirns verwandt ist, wird es auch als Entwöhnungsmittel eingesetzt. Die Ausgleichung der durch einen Alkoholkonsum assoziierten Ungleichgewichte der Botenstoffe, geschieht durch das Acamprosat. Dies erfolgt durch Anregung der GABA-Rezeptoren der Nervenzellen (vgl. Schweiger, 2016).