Alkoholabhängigkeit – Die Abhängigkeit des flüssigen Suchtmittels

Die Zeichen, beziehungsweise die Merkmale einer Alkoholabhängigkeit sind deutlich erkennbar. Jedoch entwickelt sich die Abhängigkeit langsam und unauffällig über viele Jahre. Für einen Alkoholabhängigen dreht sich alles in seinem Leben um Alkohol und ohne diese Droge scheint nichts mehr zu funktionieren. Außerdem dreht sich für die Abhängigen der ganze Tag um Alkohol. Abhängige planen den Tag, damit er diese Droge konsumieren kann. Zusätzlich ist ein weiters Merkmal der Abhängigkeit, das ständige Versuchen etwas weniger zu konsumieren, bis komplett damit aufzuhören. Jedoch gelingt dies nicht. Zusätzlich verfallen Betroffene in eine Art von endloses Verlangen. Nachdem sie begonnen haben zu trinken, können sie dann kaum damit aufhören. Außerdem gibt es Symptome die alle beginnende Alkoholabhängige aufweisen:

  • häufiges Denken an Alkohol
  • steigender Konsum
  • Streitigkeiten in der Familie
  • nachlassende Leistungsfähigkeit
  • Geldknappheit
  • Verlust an Lebensfreude

Jedoch ist es noch nicht zu spät für diejenigen, die frühzeitig das Problem erkennen, um damit umzugehen oder komplett den Konsum von Alkohol einzustellen (vgl. Thaiss, 2016).

Genetische Ursachen für eine Alkoholabhängigkeit

Laut Studien und Statistiken ist das Risiko für eine Abhängigkeit bei Personen, die nah mit Alkoholabhängige verwandt sind, um das Drei- bis Vierfache erhöht. Neben den Zwischenmenschlichen- und Umweltfaktoren, wie zum Beispiel kulturelle Einstellungen und persönliche Erfahrungen, sind die genetischen Faktoren nur ein Teil des Risikos an einer Alkoholsucht zu erkranken. Circa 40 bis 60 % sind die genetischen Faktoren, die Ursache einer Abhängigkeit. Zu den genetischen Faktoren gehören zum Beispiel eine unterschiedliche Alkoholverträglichkeit oder die Abbaukapazität der Leber. Des Weiteren gibt es Personen, bei denen es bei einer geringen Menge von Alkohol sofort zu Vergiftungserscheinung kommt und aus diesem Grund kann keine Alkoholsucht entstehen. Außerdem gibt es auch angeborene Unterschiede bei der Hauptwirkung und Nachwirkung von Alkohol.

Es kann sein, dass bei Söhnen von Alkoholabhängigen, die Wirkung erst nach einer großen Menge von Alkohol eintritt. Allerdings werden nur 20 bis 30 % aller Männer, dessen Vater alkoholabhängig war, selbst alkoholkrank. Zusätzlich kann ein Mangel an Dopamin, das die Stimmung hemmt und bei einem Alkoholkonsum ausgeschüttet wird, genetisch basiert sein. Ob noch mehrere genetische Faktoren bestehen, wird gerade noch untersucht. Laut Statistik sind 80 % von den Personen, die eine stationäre Behandlung absolvieren, ersten oder zweiten Grades mit Alkoholabhängigen verwandt. Anhand an einer Studie wurde bewiesen, dass Frauen bei denen eine Krankheit in der Familie vorliegt, öfters betroffen sind selbst diese Krankheit zu erhalten. Bei Männer spielen die Umwelteinflüsse mehr Rolle als eine Vererbung. Das siebenfache Risiko selbst an einer Alkoholsucht zu erkranken ist meist, wenn die Person eine erstgradige Verwandtschaft mit einem Alkoholabhängigen besitzt (vgl. Belschner, 2016).

Psychische Ursachen

In einer Studie, die sich mit depressiven Personen und mit der Sucht an sich befasst, wurde erforscht, dass nach circa fünf Jahren Personen, die an einer Depression leiden, mit dem Konsum von Alkohol beginnen, beziehungsweise manchmal auch mit einem starken und überhöhten Konsum beginnen. Zusätzlich kann eine unbehandelte Depression zu einer starken Abhängigkeit führen. Außerdem beginnen auch Personen, welche eine bestimmte familiäre Vorgeschichte haben, mit dem Konsum. Jedoch kann dies schon im jungen Alter geschehen und zusätzlich noch von Depressionen begleitet werden. Anhand einer anderen Studie wurde festgestellt, dass die Rate der Alkoholiker, die an einer Depression leiden, 2,6-mal höher ist als bei Personen die keine psychische Krankheit besitzen. Außerdem ist die Gruppe der Personen, die an Angstzuständen oder Phobien leiden, besonders gefährdet an eine Alkoholsucht zu erkranken, da Alkohol beruhigend und enthemmend wirkt (vgl. Lehmann, 2016).

Co-Abhängige

Die Bezeichnung Coabhängigkeit bedeutet, dass die Verhaltensweise einer Bezugsperson den Abhängigen unterstützt und dadurch ein rechtzeitiges aussteigen der Sucht verhindert und deswegen es für den Betroffenen schwer ist, diese Krankheit zu therapieren. Allerdings geschieht dies meist unabsichtlich, beziehungsweise unbewusst und aufgrund dies wird die Bezugsperson zum Teilhaber der Sucht und verlängert, ohne dies auch zu wollen, die Abhängigkeit. Oft zeigen genau die Personen, wie Geschwister, Kinder oder auch Ehepartner, die diese Abhängigkeit bekämpfen wollen, ein coabhängiges Verhalten, da sie die Verantwortung übernehmen, das Verhalten des Betroffenen rechtfertigen, die Belastung abnehmen oder sein Verhalten kontrollieren. Dadurch entsteht ein Teufelskreis aus dem das Austreten schwer bis kaum möglich ist.

Zusätzlich entsteht ein weiterer Teufelskreis, da der Abhängige immer hilfsbedürftiger wird und die Coabhängigen sich immer mehr um ihn kümmern müssen. Damit dieser Kreis endlich durchbrochen wird, müssen die Betroffenen und die Coabhängigen professionelle Hilfe aufsuchen und zum Beispiel an Selbsthilfegruppen teilnehmen. Allerdings sollte der Abhängige nicht von der Familie oder Freunden verstoßen werden, sondern wie schon erwähnt eine Therapie einschlagen. Außerdem sollte dem Alkoholabhängigen gesagt werden, dass dieser eine Alkoholsucht hat. Allerdings sollte dies nett und höflich geschehen, da sonst das Problem verschlimmert werden könnte. Erkennt der Kranke, dass er eine Sucht hat und sucht er auch Hilfe auf, wäre es vorteilhaft, wenn der Coabhängige ihn begleiten würde, da dies ihm das Gefühl gibt, dass er nicht alleine ist (vgl. Merz, 2016)

Körperliche Alkoholabhängigkeit

Der menschliche Körper gewöhnt sich so sehr an den Alkohol, dass der Körper davon abhängig wird. Zusätzlich wird der Alkohol als körpereigene Substanz angesehen und deswegen wird eine Warnung ausgesetzt, wenn der Körper zu wenig Alkohol beinhaltet. Die Folgen von dieser Wirkung sind, dass Angstgefühle freigesetzt werden, wie zum Beispiel Unruhe und Zittern. Außerdem fühlt sich der Betroffene erst fit und leistungsfähig sobald dieser Alkohol konsumiert hat. Allerdings beginnt zuerst die psychische Abhängigkeit. Danach folgt erst die Körperliche. Jedoch kann bei einer körperlichen Abhängigkeit der Betroffene nicht mehr zu einem kontrollierten Konsum zurückkehren (vgl. Merkle, 2016).

Körperliche Hinweise auf eine Abhängigkeit

Die Folgen einer Alkoholabhängigkeit wirken sich natürlicherweise auch auf den Körper aus. Es kann anhand der folgenden Symptome diagnostiziert werden, ob eine Alkoholkrankheit vorliegt oder nicht. Die ersten Symptome sind meistens Schwitzen ohne eine körperliche Anstrengung, Zittern der Finger nach einem längeren Verzicht auf Alkohol, Übelkeit, Appetitlosigkeit und Schlafstörungen. Zu Beginn ist das Zittern und Schwitzen noch leicht, aber nach längere Abstinenz wird es um einiges stärker. Des Weiteren werden die Hände feucht. Zusätzlich bekommt der Betroffene eine Verstopfung oder einen häufigen Durchfall, also starke Verdauungsbeschwerden (vgl. Lehmann, 2016).

Psychische Alkoholabhängigkeit

Zusätzlich kann der Betroffene auch psychisch von der Substanz Alkohol abhängig sein. In diesem Fall wird häufig zu Alkohol gegriffen, damit psychische Probleme gelöst werden. In einem weiteren Stadium, beziehungsweise in einer stärker ausgebildeten Abhängigkeit kann für die Betroffenen ein Problem nur noch mit Alkohol gelöst werden. Des Weiteren greifen die Abhängigen zu Alkohol, wenn sie sich entspannend wollen (vgl. Merkle, 2016).

Entwicklung der Alkoholabhängigkeit

Die Entwicklung einer Alkoholabhängigkeit verläuft in mehreren Phasen. Laut Nobereit (2016) sind im Prinzip vier Phasen vorhanden:

  • Voralkoholische Phase
  • Anfangsphase
  • Kritische Phase
  • Chronische Phase

Voralkoholische Phase der Alkoholabhängigkeit

Die voralkoholische Phase ist die Bekannteste aller Phasen. Der Großteil, der Personen, die Alkohol konsumieren, verweilen in dieser Phase. Grundsätzlich beinhaltet diese Phase den üblichen Alkoholkonsum. Zum Beispiel beim Fernsehen, Kartenspiel oder grundsätzlich in gesellschaftlichen Aktivitäten. Nur bei einem geringen Teil entwickelt sich die Abhängigkeit zu den nächsten Phasen weiter. Wie schon erwähnt kommt als nächstes die Anfangsphase, in der die Personen mehr und häufiger Alkohol konsumieren (vgl. Nobereit, 2016).

Anfangsphase

Schon bei der Anfangsphase entsteht eine Alkoholabhängigkeit. Außerdem können schon bei einem überhöhten Konsum sogenannte Gedächtnislücken entstehen. Des Weiteren konsumieren die Betroffenen schon heimlich Alkohol. Im Mittelpunkt steht die Zufuhr von dem toxischen Mittel. Zusätzlich verliert die Person die Kontrolle des Konsums, da der Betroffene aufgrund des erhöhten Alkoholkonsums verunsichert wird. Nach dieser Phase tritt die kritische Phase ein (vgl. Nobereit, 2016).

Kritische Phase der Alkoholabhängigkeit

Die kritische Phase ist durch die misslungenen Versuche des Beendens vom Alkoholkonsum gekennzeichnet. Außerdem versuchen die Betroffenen das Trinken zu rechtfertigen und es entstehen soziale Probleme in der Familie, mit Freunden, oder am Arbeitsplatz. Der Verlust des Arbeitsplatzes hat zur Folge, dass sich die Person immer mehr von der Gesellschaft abspaltet und somit alleine mit seinem Problem dasteht. Zusätzlich wird die Ernährung, beziehungsweise die Zunahme der Mahlzeiten vernachlässigt. In dieser Phase entwickelt sich zusätzlich noch eine körperliche Abhängigkeit wie zum Beispiel, das Zittern oder Schweißausbrüche (vgl. Nobereit, 2016).

Chronische Phase

In der letzten Phase, also die chronische Phase, der Alkoholabhängigkeit treten öfters, nach einem überhöhten Alkoholkonsum, Rauschzustände ein, die sogar einige Tage dauern. Außerdem ist für diese Phase typisch, dass das Gehirn stark beschädigt wird. Zusätzlich verändert sich die Persönlichkeit des Betroffenen und aufgrund der Schäden des Gehirns treten deutlich erkennbar Gedächtnisschäden auf. Des Weiteren entsteht durch den chronischen Konsum ein Toleranzbruch. Dies bedeutet, dass die Person schon nach einer geringen Zufuhr von Alkohol schon in einen Rausch kommt. Also wird die Verträglichkeit von Alkohol deutlich beeinträchtigt. Zusätzlich ist ein normales Arbeiten nicht mehr möglich (vgl. Nobereit, 2016).