Folgen von Alkohol – Nicht nur körperliche Schäden werden verursacht

Neben den körperlichen Folgen gibt es auch psychische Folgen und Schäden, die der Alkoholkonsum verursacht. Ein Alkoholabhängiger kann zum Beispiel seine Familie oder auch seine Arbeit verlieren.

Alkoholabhängigkeit

Die Zeichen, beziehungsweise die Merkmale einer Alkoholabhängigkeit sind deutlich erkennbar. Jedoch entwickelt sich die Abhängigkeit langsam und unauffällig über viele Jahre. Für einen Alkoholabhängigen dreht sich alles in seinem Leben um Alkohol und ohne diese Droge scheint nichts mehr zu funktionieren. Außerdem dreht sich für die Abhängigen der ganze Tag um Alkohol. Außerdem gibt es Symptome die alle beginnende Alkoholabhängige aufweisen:

  • häufiges Denken an Alkohol
  • steigender Konsum
  • Streitigkeiten in der Familie
  • nachlassende Leistungsfähigkeit
  • Geldknappheit
  • Verlust an Lebensfreude

Gedächtnislücken

Die Substanz Alkohol stört unser Kurzzeitgedächtnis, da die Weiterleitung der Impulse zu den Nervenzellen beeinträchtigt wird. Außerdem kann das Gehirn nicht mehr entscheiden, welche Information wichtig ist und deshalb werden viele wichtige Informationen vergessen. Darum können Menschen, die übermäßig Alkohol konsumieren, Informationen, die sie vor einigen Sekunden erfahren haben, vergessen und sich nicht mehr daran erinnern. Dieser Effekt wird auch oft Blackout genannt. Im Normalfall ist die Information, welche zurzeit im Kurzzeitgedächtnis gespeichert ist, 24 Stunden lang gespeichert und danach würde das Langzeitgedächtnis die Wichtigen Informationen übernehmen. Da für diese Übernahme der Informationen aber Eiweiße benötigt werden und die Übernahme durch einen Alkoholkonsum gestört wird, kann dies nicht durchgeführt werden (vgl. Schneider 2016, S.129).

Delirium tremens

Delirium tremens ist eine lebensbedrohliche Krankheit, die auch als Delir bekannt ist. Des Weiteren entwickelt sie sich meistens im Laufe des Entzugs. Der genaue Grund ist noch nicht bekannt, jedoch wird vermutet, dass die Ursache bei einer Übererregbarkeit des limbischen Systems im Mittelhirn liegt. Die Symptome, beziehungsweise die Folgen dieser Krankheit sind Ängste und Unruhezustände, Tics, Schlaflosigkeit und eine erhöhte Reizbarkeit. Doch der eigentliche Beginn dieser Krankheit ist der Verlust der Orientierung. Die ersten Symptome treten schon innerhalb von zwei bis drei Tagen nach dem Ende eines langjährigen Alkoholkonsums auf (vgl. Schneider 2016, S.130).

Zusätzlich ist zu erwähnen, dass 5 bis 15 % aller Alkoholiker, bei denen ein Entzug, der ungefähr zwei bis drei Tage andauert, an einem Delirium tremens leiden (vgl. Decker, 2016). Allerdings sterben sogar 20 % aller Betroffenen an einer fehlerhaften Behandlung (vgl. Schneider 2016, S.130).

Alkohol verändert das Sexleben

Da der Alkohol einen enthemmenden Effekt auslöst und dadurch die Lust gefördert wird, wirkt eine geringe Menge an Alkohol schon sexuell anregend. Des Weiteren wurde nachgewiesen, dass schon eine geringe Menge der Volksdroge zu einem Anstieg des Testosteronspiegels bei Frauen führt. Jedoch ist eine positive Wirkung nur bis zu 0.5g Alkohol pro kg Körpergewicht zu erzielen, da dann die typischen Symptome einer Betrunkenheit auftreten. Zusätzlich kann bei einer großen Menge von Alkohol kein Orgasmus mehr erreicht werden. In den meisten Fällen werden die Personen müde und schlafen davor sogar ein. Außerdem ist es für den Mann schwer die Erektion zu halten, da diese durch den Alkohol beeinträchtigt wird. Durch einen chronischen Alkoholkonsum entstehen sogar Krankheitsformen, die das Verlangen nach Geschlechtsverkehr dauerhaft verringern (vgl. Bürger, 2016).

Soziale Folgen

Durch eine Alkoholabhängigkeit treten verschiedene soziale Folgen auf. Zum einen in der Familie, im Berufsleben, auf der Straße, bei sozialen Kontakten und zum anderen kann die Kriminalität gesteigert werden. Diese sozialen Folgen führen dazu, dass sich der Betroffen abspaltet und damit unter einen deutlichen sozialen Abstieg leidet (vgl. Nobereit, 2016).

Familiäre Folgen

Meistens wird die Familie, also Partner und Kind, als erstes von den Folgen des chronischen und erhöhten Alkoholkonsums getroffen. Schon zu Beginn der Krankheit können körperliche Verletzungen und Geringschätzung gegenüber dem Partner auftreten. In den meisten Fällen wird der Alkoholkranke, jedoch vom Partner in Schutz genommen. Entwickelt sich die Krankheit jedoch weiter, anstatt, dass eine Therapie eingeleitet wird, zerfällt die Beziehung. Des Weiteren verliert der Abhängige lediglich Kontrolle und ist nicht mehr in der Lage bestimmte Aufgaben und Verpflichtungen zu erfüllen. Deswegen müssen die anderen Familienmitglieder diese nun erledigen. Dies ist wiederum zu aufwendig und anstrengend für diese und darum wenden sich die Familienmitglieder nun auch von ihm ab. Aufgrund dies ist die Scheidungsrate bei einer Partnerschaft, in der einer der Partner an einer Alkoholkrankheit leidet, viel höher als bei einer Partnerschaft, in der keiner alkoholsüchtig ist. Allerdings wird die Krankheit meisten nach der Ehe noch viel schlimmer, da sie dann keiner mehr aufhält weiter Alkohol zu konsumieren. Dadurch entsteht ein Kreislauf aus dem sie schwer bis kaum mehr alleine aussteigen können. Aus diesem Grund ist auch die Selbstmordrate bei Alkoholabhängigen groß. Allerdings leidet nicht nur der Partner an die Folgen eines Abhängigen, sondern auch die Kinder. Diese werden oft im Rausch verletzt, ungerecht behandelt oder wegen Kleinigkeiten stark bestraft. Deswegen entwickelt sich auch bei den Kindern eine Angst gegenüber des Kranken. Allerdings kann der Alkoholabhängige im nüchternen Zustand der beste Vater oder die beste Mutter sein. Dies hat zur Folge, dass die Kinder nun verwirrt und ahnungslos sind. Daraus kann sich resultieren, dass die Kinder Sonderschulen besuchen oder ein Schuljahr wiederholen müssen. Des Weiteren besteht die Gefahr, dass Kinder aus solchen Familien kriminell werden oder selbst eine Alkoholsucht entwickeln (vgl. Nobereit, 2016).

Folgen im Beruf und finanziellen Situationen

Da für gewisse Berufe eine schnelle Reaktionsfähigkeit, gutes Konzentrationsvermögen, exaktes Sehvermögen, hohe Geschicklichkeit und genaues Arbeiten Voraussetzung ist und dies durch einen Alkoholkonsum beeinträchtigt wird, wird die Leistung im Beruf negativ beeinflusst. Des Weiteren fördert Konsum von Alkohol am Arbeitsplatz die Häufigkeit an Unfällen. Außerdem wurde von Untersuchungen und Statistiken bewiesen, dass Alkoholabhängige, aufgrund ihrer Rauschzustände oder körperlichen Folgenschäden, öfters als Personen, die keinen Alkohol konsumieren, entschuldigt oder sogar unentschuldigt fehlen. Dies hat zur Folge, dass der Vorgesetzte, wegen den vielen Krankmeldungen, den Arbeitnehmer vormahnen muss. Verändert sich jedoch die Anzahl an Fehlstunden nicht, kann es sein, dass der Abhängige entlassen wird. Aufgrund seiner Krankheit kann es sein, dass der Alkoholkranke öfters seinen Arbeitsplatz wechseln muss und somit keine richtige Beziehung zu Arbeitskollegen oder selbst zur Arbeit entstehen kann. Deshalb müssen viele Betroffene eine Arbeit absolvieren, die nicht ihrer Ausbildung entsprechen. Außerdem verliert der Betroffene auch die Freude an der Arbeit (vgl. Nobereit, 2016).

Verkehrstüchtigkeit

Des Weiteren entstehen auch Folgen im Verkehr. Da durch die Wirkung des Alkohols, der Körper beeinträchtigt wird und auch die Konzentration nachlässt, entstehen somit öfters Unfälle auf der Straße. Zusätzlich wird durch den Konsum von Alkohol die Leistungsfähigkeit überschätzt und der Leichtsinn wird gefördert. Außerdem wird das Verantwortungsgefühl vermindert. Laut Statistik verursachen Alkoholabhängige bis zu dreimal mehr Unfälle als Personen, die keinen Alkohol zu sich nehmen (vgl. Nobereit, 2016).

Folgen bei sozialen Kontakten

Der Abhängige verliert immer mehr Kontakt zur Familie, Freunden und Bekannten, da sich diese immer mehr von ihm zurückziehen, anstatt zu helfen. Für die Freunde oder Verwandten ist es peinlich von den Alkoholkranken bloßgestellt zu werden, oder wenn über sie geredet wird. Somit verliert der Alkoholabhängig all seine sozialen Kontakte, welche ihn eigentlich helfen müssten, denn in diesen Zustand ist es sehr schwer alleine die Sucht zu unterdrücken, beziehungsweise zu überwältigen (vgl. Nobereit, 2016).

Kriminalität

Da der Alkohol eine enthemmende, erregungshemmende und eine leichtsinnige Wirkung hat, führt dies öfters zu Körperverletzungen, Beleidigungen, Beschädigungen und sogar zu Widerständen gegenüber der Polizei. Laut Statistik wurden circa 20 % aller strafbaren Aktionen unter Alkoholeinfluss begangen. Außerdem wird durch chronischen Konsum der Charakter und die Persönlichkeit des Betroffenen negativ verändert. Dies wiederum kann zu Diebstählen, Körperverletzungen und Sexualdelikten führen (vgl. Nobereit, 2016).

Allerdings wird auch die körperliche Gewalt gegenüber den eigenen Kindern und des Ehepartners nicht verschont. In Deutschland wird sogar mehr als jede dritte Frau Opfer körperlicher Gewalt, aufgrund Alkoholeinflusses und jedes dritte Kind aus einer Suchtfamilie erfährt öfters körperliche Gewalt (vgl. Gaßmann, 2016).

Lebenserwartung von Alkoholabhängige

Da der Alkohol zu vielen Organschäden, wie zum Beispiel Leber- und Bauchspeicheldrüsenerkrankungen, führt und dadurch auch wiederum viele Krankheiten, Schlaganfälle und Herzinfarkte entstehen können, ist die Lebenserwartung niedriger als bei Nichtalkoholiker. Sogar ein Viertel aller Alkoholiker versuchen einen Selbstmord, da sie nicht mehr zurechtkommen. Der Alkoholismus ist heutzutage eine Krankheit mit dem höchsten Verlust an Lebensjahren. Zum Vergleich zu den Nichtalkoholiker kann die Lebensdauer eines starken und chronischen Alkoholikers sogar um circa 23,4 Jahre verringert werden