Mischkonsum Alkohol – In Kombination mit Drogen oder Medikamente

Im folgenden Kapitel wird das Thema Mischkonsum, insbesondere mit Alkohol, angesprochen. Es ist zu bedenken, dass gesundheitliche Risiken bereits beim Konsum von einzelnen Substanzen entstehen können. Weiters sind viele Mischkombinationen noch nicht ausreichend erforscht, wodurch die Wahrscheinlichkeit eines sehr hohen gesundheitlichen Risikos besteht.

Bedeutung von Mischkonsum Alkohol

Unter Mischkonsum versteht man den gleichzeitigen oder zeitnahen Konsum mehrerer Suchtmittel. Die Wirkspektren überlappen sich in diesem Fall, die Gesamtwirkung entspricht jedoch nicht der Summe der Einzelwirkungen. Je nach Substanz und Menge verstärken sich die Effekte, in schlimmeren Fällen können sich die jeweiligen Effekte sogar potenzieren.

Risiko bei Mischkonsum Alkohol

Grundsätzlich ist der Mischkonsum von verschiedenen Drogen bedenklich, wenn nicht sogar lebensgefährlich. Das Risiko, welches beim Mischkonsum eingegangen wird, ist unkalkulierbar, da sich die Wirkung, welche aus der Kombination der Substanzen ausgelöst wird, schwer einschätzen lässt. Dazu kommt, dass sich die Wirkungen auch gegenseitig beeinflussen können und somit Körper und Psyche sich in verschiedene Richtungen entwickeln. Durch das Mischen von Drogen setzt man den Körper immer extremen Belastungen aus, wodurch sich die Gefahr für lebensbedrohliche Drogenunfälle extrem erhöht. Kein Wunder, dass die meisten Todesfälle auf Mischkonsum durch Partydrogen zurückzuführen sind.

Mischkonsum Alkohol mit Drogen

Besonders weit verbreitet ist der Mischkonsum von Alkohol und illegalen Drogen, dabei sollte man nicht vergessen, dass diese Mischung zu den gefährlichsten Substanzkombinationen überhaupt gehören. Die folgenden Absätze beziehen sich daher vor allem auf den Mischkonsum von Alkohol und Drogen.

Cannabis und Alkohol

Die Mischung von Cannabis und Alkohol ist die am häufigsten vorkommende Substanzkombination. Bei einer gleichzeitigen Einnahme von Cannabis und Alkohol kommt es, ebenso wie bei anderen Substanzmischungen, zu einer Abnahme der motorischen Leistungsfähigkeit. Durch eine erhöhte Alkoholmenge in Kombination mit Cannabis wird verstärkt die geistige Leistungsfähigkeit, als auch das Reaktionsvermögen reduziert. Die Folgen sind, dass wichtige Warnsignale, welche vom Körper ausgesendet werden, nicht mehr richtig wahrgenommen werden und somit auch das Gefühl für das richtige Maß der Wahrnehmung verloren geht. Dadurch kann es schnell passieren, dass man zu viel Alkohol trinkt und/oder zu viel Cannabis raucht. Im schlimmsten Fall führt dies zu einem Kreislaufkollaps, aber auch Schwindel, Übelkeit und Erbrechen sind häufig möglich. Nicht zu vergessen ist der Kater am nächsten Tag, welcher noch intensiver ist und häufig starke Kopfschmerzen mit sich bringt.

Amphetamin (Speed) bzw. Metamphetamin (Crystal) und Alkohol

Die Mischung von Alkohol mit Speed oder Crystal ist sehr gefährlich, da bei einer gleichzeitigen Einnahme die Warnsignale des Körpers ausgeschaltet werden. Besonders Speed und Crystal führen dazu, dass der Körper die Alkoholwirkung nicht mehr richtig wahrnimmt, wodurch die Gefahr, eine Alkoholvergiftung zu erleiden, drastisch ansteigt. Auch nach dem Konsum von sehr viel Alkohol nimmt man den Rauscheffekt des Alkohols nicht war, sondern fühlt sich noch relativ nüchtern. Das Reaktionsvermögen wird durch den vielen Alkohol enorm beeinträchtigt, was folglich dazu führt, dass Situationen nicht mehr richtig eingeschätzt werden können und somit unterschätzt werden.

Mischkonsum Alkohol und Ecstasy (MDMA)

Die Kombination von Ecstasy mit Alkohol führt zu einer beschleunigten Austrocknung des Körpers, wodurch die Leber und Nieren erheblichen Belastungen ausgesetzt werden, was ein erhöhtes Risiko für schwere Leberschäden darstellt. Durch übermäßiges Schwitzen, was zum Beispiel durch Tanzen oder überhitzte Räume erreicht wird, kommt es schnell zu einem gefährlichen Wärmestau, was zu akuten Kreislaufproblemen oder auch zu einem Hitzeschlag führen kann. Der Konsum von alkoholfeien Getränken ist vor wie auch nach der Einnahme von Ecstasy unerlässlich, da der Alkohol dem Körper zusätzlich Flüssigkeit entzieht. Wie auch bei der Kombination von Speed und Alkohol unterdrückt Ecstasy die Wirkung des Alkohols, sodass Ecstasy mit Alkohol nicht selten zu Übelkeit und Erbrechen führt.

Kokain und Alkohol

Ebenso wie die Kombination von Ecstasy mit Alkohol, führt auch die Mischung von Kokain mit Alkohol zu einer Austrocknung des Körpers, was zu gefährlichen Überhitzungen führen kann. Weiters kommt es zu einer Unterdrückung der Alkoholwirkung, wodurch die Gefahr einer Alkoholvergiftung steigt. Durch den erhöhten Alkoholkonsum schränkt sich die Reaktionsfähigkeit ein, obwohl man sich nüchtern fühlt. Anders als bei den bisherigen Mischungen ist bei Kokain und Alkohol die Neigung erhöht, rücksichtlos und aggressiv zu reagieren. Ebenfalls können die Konsumenten Situationen nicht mehr richtig einschätzen, wodurch sie zur Selbstüberschätzung neigen. Nicht selten ist bei Konsumenten, die länger andauernden und hoch dosierten Mischkonsum betreiben, zu beobachten, dass sie eine emotionale Verhärtung oder auch seelische Kälte an den Tag legen.

GHB / GBL (Liquid Ecstasy) und Alkohol

Besonders riskant ist der Mischkonsum von Alkohol und GHB/GBL, da die jeweiligen Effekte sich entsprechend verstärken. Bereits beim Konsum von geringen Mengen von GHB/GBL können lebensbedrohliche Zustände, wie Atemstillstand, Bewusstlosigkeit oder epileptische Anfälle ausgelöst werden. Außerdem besteht die Gefahr einer Atemlähmung, was zum Tod führen kann. Erstickungstod durch eine Atemlähmung kann ebenfalls nicht ausgeschlossen werden. Durch die häufig starke Übelkeit, welche meist zum Erbrechen führt, ersticken Konsumenten oftmals an ihrem Erbrochenen bei aufkommender Schläfrigkeit. Diese Art von Mischkonsum ist besonders gefährlich, da bereits bei der Einnahme von kleinen Mengen Lebensgefahr besteht.

Heroin (Opiate) und Alkohol

Beim Mischkonsum von Heroin und Alkohol verstärken sich die beiden Substanzen gegenseitig, wodurch es zur Bewusstlosigkeit bis hin zu komatösen Zuständen kommen kann. Weiters kann die Gefahr, einen lebensgefährlichen Atemstillstand zu erleiden, nicht ausgeschlossen werden, wodurch Lebensgefahr besteht.

Mischkonsum Alkohol mit Medikamente

Dass Alkohol und Medikamente nicht gleichzeitig eingenommen werden sollen, weiß jeder, doch wie gefährlich ist dieser Mischkonsum wirklich? Im folgenden Kapitel wird aufgezeigt, welche Wechselwirkungen beim Mischkonsum von Medikamenten und Alkoholen zu beachten sind. Wichtig ist es, die Hinweise des Arztes und Apothekers zu befolgen oder den Beipackzettel genau zu lesen. Während der Medikamenteneinnahme sollte grundsätzlich auf Alkohol verzichtet werden.

Alkohol kann einen direkten Einfluss auf die Medikamentenwirkung haben. Dabei wird durch den Alkohol die Wirkung des Medikaments kurzfristig verstärkt, weshalb auch das Risiko auf Vergiftung steigt. Beim längeren Konsum von Alkohol während der Einnahme von Medikamenten sorgt der Alkoholkonsum dafür, dass Medikamente schlechter wirken, da die Aufnahme im Körper vermindert ist.

MedikamentengruppeVerwendung beiMögliche Folgen
AntihistaminikaAllergien/GrippeSchläfrigkeit
Benzodiazepine, ZopiclonÄngsteSchläfrigkeit, verlangsamte Atmung
AntikonvulsivaEpilepsieSchläfrigkeit, verlangsamte Atmung, eingeschränkte Motorik
NSAR (Nicht-Steroidale Antirheumatika)ArthritisMagengeschwüre, innere Blutungen, Leberschäden
AmphetamineADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung)Schwindel, erhöhte Herzfrequenz
SSRI (Selektive Serotonin- Wiederaufnahmehemmer)DepressionSchläfrigkeit, eingeschränkte Motorik, Leberschäden
Metformin, GliclazideDiabetesKopfschmerzen, Übelkeit, niedriger Blutzucker
Verapamil, ThiazidBlutdruckSchwindel, unregelmäßiger Herzschlag
Alpha-BlockerVergrößerte ProstataSchwindel
StatinHohe CholesterinwerteLeberschäden
Azithromycin, NitrofurantoinBakterien- und PilzinfektionenVeränderten Blutdruck, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen
Codein, OxycodonSchmerzenSchläfrigkeit, verlangsamte Atmung, eingeschränkte Motorik

Tabelle 8: Direkte Wechselwirkungen (Arfeen, 2016)

Zum Beispiel erhöht Alkohol bei der Einnahme des Blutverdünners Warfarin das Blutungsrisiko auf kurze Sicht, langfristig erhöht Alkohol das Thromboserisiko. Die Wirkung des Anti-Epilectium Fenytoin wird durch Alkohol kurzzeitig verstärkt, auf lange Zeit gesehen vermindert es jedoch die Wirkung. Umgekehrt verhält sich die Wirkung bei Medikamenten wie zum Beispiel Antibiotikum und Verapamil, welche als Kalziumblocker verschrieben werden, denn sie beeinflussen den Alkoholabbau, wodurch die Wirkung des Alkohols verstärkt wird. Aber auch akute Symptome wie Schläfrigkeit und Schwindel sollten von Teilnehmern des Straßenverkehrs nicht unterschätzt werden. Jedoch nicht nur beim Autofahren, sondern auch Fahrradfahrer oder Fußgänger bringen sich durch die eingeschränkte Reaktion und Wahrnehmung des Verkehrs in Gefahr.

Beim gleichzeitigen Konsum von Alkohol und Medikamenten ist die häufigste Wechselwirkung, dass die beiden Wirkungen verstärkt werden, da der Körper beide Stoffe abbauen muss. Obwohl der Alkohol lediglich die Stimmung und das Verhalten beeinflusst, hat er keine ermüdende Wirkung. Auf der anderen Seite fördert der Alkohol die Schwindelgefühle, Austrocknung, Blutschwankungen und das Herz muss stärker arbeiten. Weiters wird auch die Magenwand gereizt und die Leber verstärkt beansprucht. Zusätzlich sollte man beachten, dass beim Konsum von Alkohol kombiniert mit Medikamenten, welche die gleiche Wirkung aufweisen, es zu nachhaltigen Beschwerden kommen kann.

Diese treten zum Beispiel bei der Kombination von unterschiedlichen Antibiotika in Verbindung mit Alkohol auf, dabei können jedoch die meisten gefahrlos mit Alkohol kombiniert werden. Vergessen sollte man aber nicht, dass Stoffe wie zum Beispiel Metronidazol zu heftigen Reaktionen führen kann. Daher sollte man während dem Zeitraum eine Medikamenteneinnahme, keinen Alkohol konsumieren. Weitere sehr beliebte Antibiotika, die Doxycylin und Erythromycin heißen, wirken während dem Konsum von Alkohol schwächer. Die Kombination von Paracetamol und Alkohol kann zu einem Leberversagen vorkommen. Zu Selbstmordgedanken kann es durch die Kombination von Alkohol und Antidepressiva führen, darum sollte man hier auf jeglichen Alkohol verzichten. Weitere Wechselwirkungen hervorrufen können pflanzliche Heilmittel wie Johanniskraut, Kava und Lavendel in Kombination mit Alkohol.