Verwendung von Alkohol – Vorkommen im alltäglichen Leben

Ethanol wird hauptsächlich in Form von alkoholischen Getränken für Genusszwecke eingesetzt. Zusätzlich wird er auch als Lösungsmittel für Konsumprodukte, im medizinischen Bereich, in der Industrie und als Kraftstoff verwendet (vgl. Lippold, 2016).

Haushalts- und Konsumprodukte

Unter anderem gilt Alkohol als hervorragendes Lösungsmittel im Haushalt. Dazu kommt nach Lippold die Verwendung als (vgl. Lippold, 2016):

  • Träger für Geruchsstoffe (Parfüm, Deodorant, Duftspray)
  • Reinigungsmittel (Glas, Chrom, Kunststoff, Scheibenwaschanlage)
  • Frostschutzmittel
  • Lebensmittelzusatz (Portweinen wird beispielsweise Ethanol beigemischt, um zum gewünschten Zeitpunkt den Fermentationsprozess zu beenden)
  • Brennstoff
  • Lösungsmittel für Harze

Medizin

In der Medizin wird Alkohol vielseitig verwendet. Alkohol eignet sich zum Beispiel als Desinfektionsmittel oder Antiseptum, welches etwa zum Hände desinfizieren verwendet wird. Dabei ist wichtig, dass die Konzentration des Ethanol-Wasser-Gemisches hoch genug ist, denn Bakterienhüllen und damit auch die Bakterien selbst, werden erst bei circa 70% Alkoholanteil zerstört. Genau betrachtet werden durch Denaturierung der Bakterienzellwand alle Bakterien, einschließlich Tuberkelbakterien, innerhalb einer Minute abgetötet. Bei Viren ist der Alkohol nur eingeschränkt wirksam, hingeben nicht wirksam ist er bei Bakterien-Endsporen. Es sollte jedoch bedacht werden, dass so hochprozentiger Alkohol nicht bei offenen Wunden eingesetzt werden kann, da die Gefahr von brennenden Schmerzen besteht. Eine noch stärkere Wirkung zeigen Lösungen mit 80% Alkoholgehalt, jedoch werden diese nicht regelmäßig eingesetzt, da sie oftmals eine mangelnde Hautverträglichkeit aufweisen. Durch reinen Alkohol wird die Bakterienhülle gehärtet, wodurch das Bakterium am Leben bleibt. Dabei ist zu erwähnen, dass das Trinken von Ethanol oder alkoholischen Getränken nicht antiseptisch wirkt. Nicht zur Desinfektion geeignet sind alkoholische Getränke mit einem Alkoholgehalt von weniger als 16%, da diese sich nicht selbst keimfrei halten können. Auf der anderen Seite kann 95%iger Ethanol für Verödungen von Schilddrüsenknoten und anderer Tumore verwendet werden. Die Durchblutung kann gefördert werden, indem man die Haut mit Spiritus einreibt (vgl. Lippold, 2016).

Ethanol ist als Lösungsmittel oft in flüssigen Medikamente enthalten, da Wasser viele wirksame Substanzen nicht selbst lösen kann. Dadurch stellt Ethanol bei der Herstellung pflanzlicher Medikamente eine wesentliche Trägersubstanz dar, wodurch ein wichtiger Bestandteil in der Phytomedizin gegeben ist (vgl. Lippold, 2016).

Weiters wird Alkohol zur Behandlung von Insektenstichen angewendet. Dabei wird ein alkoholgetränktes Tuch für einige Zeit auf den Stich gelegt. Aufgrund der kühlenden Wirkung der Ethanol-Lösung wird der Schmerz gelindert, gleichzeitig wird auch der Juckreiz unterdrückt. Daraus lässt sich schließen, dass Ethanol jedoch weder eine chemische Veränderung, noch eine Inaktivierung von Giften bewirkt (vgl. Lippold, 2016).

Als erste Maßnahme bei einer Vergiftung mit Methanol wird Ethanol intravenös gespritzt, wodurch man die Umwandlung des Methanols in seine toxischen Abbauprodukte hinausschiebt. Dies funktioniert aufgrund der Tatsache, dass Ethanol circa 25-mal stärker an Alkoholdehydrogenase bindet, als Methanol (vgl. Lippold, 2016).

Daraus ergibt dich, dass ein Alkoholprädelir bei einer schweren Alkoholsucht mit Ethanol unterbrochen werden kann. Dadurch kann eine akute Zweiterkrankung, ohne die sonst auftretenden Symptome zwar behandelt werden, jedoch ist dies mit hohen Risiken verbunden (vgl. Lippold, 2016).

Ethanol als Kraftstoff

Den herkömmlichen Kraftstoffen wird heutzutage Ethanol zugemischt. Eine Sorte, die vermutlich jeder kennt, ist Bioethanol. Dieser wird ausschließlich aus regenerativer Biomasse hergestellt. Dabei gibt es zwischen Bioethanol und anders hergestelltem Ethanol chemisch gesehen keinen Unterschied. Die Stärke, die in der als Rohstoff dienenden Biomasse enthalten ist, oder die Zellulose, wird enzymatisch in Glukose aufgespalten und anschließend mithilfe von Hefepilzen zu Ethanol vergoren. Aktuell wird häufig im Zusammenhang mit dem Kyoto-Protokoll über die Herstellung und den Einsatz biogener Treibstoffe, worunter man Treibstoffe biologischen oder organischen Ursprungs versteht, und die Reduzierung von CO2-Emissionen debattiert (vgl. Lippold, 2016).

Je nach Anteil des Ethanols von Ethanol im Benzin werden die Gemische mit dem Großbuchstaben E und anschließend der Anteil in Prozent angegeben. Bei geringen Ethanol-Beimischungen wird der Benzin gewöhnlich unverändert als Benzin bezeichnet. Dabei gilt laut der europäischen Norm EN 228, dass die Beimischung von Bioethanol zu herkömmlichem Benzin von bis zu 5%, wobei man vom E5 spricht, zulässig ist. Dabei muss man jedoch beachten, dass normale Benzinmotoren ohne Modifikation nur mit maximal E5 betrieben werden können. Bei höheren Ethanolanteilen müssen Modifikationen am Motor vorgenommen werden (vgl. Großschädl, 2016).

Andere Nutzung von Alkohol

Weiters wird Alkohol als wichtiges Lösungsmittel und Zwischenprodukt in der chemischen Industrie verwendet. Zusätzlich wurde Ethanol als Treibstoff für die Raketen der Typen A1, A2, A3, A4, A4b und A5 von Wernher von Braun bis in die 1950er Jahre verwendet. Im Unterschied zu Benzin setzt Ethanol durch verdünnen mit Wasser den Brennwert leicht herab, um bei den Probeläufen von Triebwerken Explosionen zu verhindern (vgl. Lippold, 2016).